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Tiermoerder

Kaninchenmorde: Verdächtiger gefasst
Die Kaninchenbesitzer im östlichen Ruhrgebiet haben tief durchgeatmet. Denn die Dortmunder Polizei hat einen 26-jährigen Mann festgenommen, der unter dringendem Tatverdacht steht, seit 2007 in Witten, Dortmund, Bochum, Unna und Herdecke über 100 Kaninchen getötet zu haben.
Die Geschichte klingt wie ein Horrorfilm: Gegen zwei Uhr lief der 26-Jährige mit zwei Tiertransportboxen durch die Nacht. Darin saßen elf Meerschweinchen, deren Herkunft noch unklar ist. Der Dortmunder Polizei kam der Mann sofort verdächtig vor. Sie war ohnehin in Alarmbereitschaft, weil in der Stadt allein in den letzten Tagen zehn tote Kaninchen gefunden wurden. Sie hielten ihn an, sahen die Meerschweinchen, und gingen in die Wohnung des 26-Jährigen in Dortmund-Dorstfeld, die ganz in der Nähe lag. 

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Was sie dort fanden, verschlug ihnen im wahrsten Sinne des Wortes den Atem: „Der Geruch war sehr heftig, um es vorsichtig auszudrücken”, sagt der Dortmunder Polizeisprecher Manfred Radecker. Mehrere Mülltüten steckten voller Tierkadaver und -teile. In der verwahrlosten Wohnung wimmelte es aber auch von lebenden Tieren: 41 fanden die Beamten – 17 Kaninchen, dazu noch Hamster, Ratten, Mäuse und Nymphensittiche. Weil sie Sorgen um ihre Gesundheit hatten, brachen die Polizisten den Einsatz ab. Die Feuerwehr räumte die Wohnung des 26-Jährigen dann unter Vollschutz. 

Der junge Mann wurde festgenommen, seine Mutter und seine Schwester, die mit ihm in der Wohnung lebten, kamen ins Krankenhaus. Inwieweit sie mit den Taten zu tun haben könnten, ist völlig unklar. Dass der 26-Jährige Tiere und Kadaver in der Wohnung hatte, kann ihnen aber schon wege des Gestanks nicht entgangen sein, so
Radecker. 

Die Tierkadaver wurden zur Untersuchung nach Arnsberg geschickt. „Das dauert voraussichtlich bis Anfang der Woche”, so Radecker. Die lebenden Tiere sind ins Tierheim in Dortmund-Dorstfeld gekommen. Dort werden sie fotografiert. Und diese Bilder sollen den Besitzern gezeigt werden, deren Tiere gestohlen wurden. 

„Es gibt eine Menge Verdachtsmomente”, sagt Polizeisprecher Radecker. Doch erst nach Abschluss der Ermittlungen könne man sagen, ob der 26-Jährige tatsächlich der Kaninchenkiller ist. 

Wir wären sehr erleichtert, wenn der Täter gefasst worden wäre”, sagt Maik Vollmann, Vorsitzender des Rassekaninchenzuchtvereins W 871 Borbach. Alle Züchter seien über Monate in Alarmbereitschaft gewesen und hätten zum Beispiel bei Schauen Nachtwachen eingerichtet. Auch Anne Lukas (Tierfreunde Witten) wäre froh, wenn die Kaninchenbesitzer wieder zur Ruhe kämen. „Aber ich hoffe, dass der Täter, wenn er es war, auch empfindlich bestraft wird.”
Quelle:WAZ




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