Interview

Interview mit teleschau!
teleschau:Bei "Alarm für Cobra 11" gilt im Allgemeinen die Faustregel "Nur ein geschrottetes Auto ist ein gutes Auto", was sich auch im Pilotfilm zur neuen Staffel wieder bewahrheitet. Selbst schon mal einen kapitalen Crash fabriziert?
Tom Beck: Einen Unfall mit Totalschaden baute ich zum Glück noch nie. Einmal demolierte ich jemandem die Autotüre, die just in dem Moment aufging, als ich vorbeifuhr - aber so etwas passiert. War nicht mein Fehler ..
teleschau: Sind Sie ein guter Autofahrer?
Beck: Ich bin ein sicherer, aber auch sportlicher Fahrer. Und ich rechne immer mit den Fehlern der anderen ...
teleschau: Sie spielen in "Alarm für Cobra 11" den taffen Cop Ben Jäger. Ist die Rolle eine willkommene Abwechslung zu den "Inga Lindström"- und "Rosamunde Pilcher"-Verfilmungen, in denen Sie zuletzt zu sehen waren?
Beck: Auf jeden Fall - zumal man irre schnell in eine Schublade
gesteckt wird und da nur schwer wieder herauskommt. Deshalb bin
ich froh, hier auch mal eine andere, härtere Seite von mir zeigen zu können. Ich bin nicht nur der Romantiker ...
teleschau: Dennoch Hand aufs Herz: Haben Sie die Serie vor Ihrem Engagement regelmäßig geguckt?
Beck: "Alarm für Cobra 11" gibt es seit zwölf Jahren. Daran kommt man nicht vorbei. Ich habe immer wieder mal eingeschaltet, würde mich aber nicht zum treuen Stammpublikum zählen ...
teleschau: Es ist Ihre erste Serienhauptrolle - welche Vorteile hat ein solches Engagement gegenüber Filmproduktionen? Abgesehen von der Tatsache, dass man einen alten 911er Porsche oder einen neuen Audi R8 fahren darf ...
Beck: Das hat natürlich was (lacht). Einerseits kann ich mich über
einen längeren Zeitraum mit einer Figurbeschäftigen, sie
entwickeln. Andererseits bietet sich mir die Möglichkeit, mal an einem bestimmten Ort für längere Zeit zu bleiben. Ein wenig Beständigkeit kann etwas Schönes sein - vor allem, wenn man wie ich in den letzten fünf Jahren nur von Monat zu Monat gedacht hat.
teleschau: Die Partner an Erdogan Atalays Seite haben meist eine kurze Halbwertszeit. Bereitet Ihnen das Sorgen?
Beck: Nein (lacht). Ich gehe nicht davon aus, dass ich einen frühen Tod sterben muss ....
teleschau: Haben Sie Angst vor den Reaktionen der Fans?
Beck: Auch das nicht. Erdogan Atalays Partner waren sehr erfahren und hatten ihre jeweiligen Rollenprofile. Ben Jäger ist aber keine Fortführung einer Figur, sondern ein ganz neuer Typ: jung, forsch, motiviert bis in die Haarspitzen. Aber auch ein bisschen unüberlegt. Durch ihn soll die Serie wieder etwas Leichtigkeit und Humor gewinnen. Ich hoffe, dass er von den Zuschauern angenommen wird.
teleschau: Ist die Rollenverteilung zwischen Ihnen und Erdogan Atalay am Set ähnlich wie in der Serie? Er, der alte Hase, der das schon alles tausendmal gemacht hat, Sie der Jungspund?
Beck: Klar! Ich scheue mich aber auch nicht, ihn bei den zahlreichen Actionszenen um Rat zu fragen. Da stehen immerhin zwölf Jahre Stunterfahrung an meiner Seite! Aber auch privat kommen wir super miteinander klar.
teleschau: Wie wurden Sie auf die Serie vorbereitet?
Beck: Ich absolvierte bei action concept ein Schuss- und Fahrtraining. Letzteres auf der eigenen Teststrecke, wo wir ordentlich Gummi ließen, um die nötige Sicherheit bei etwas gewagteren Manövern zu bekommen. In puncto Polizeiarbeit war und bin ich ebenfalls bestens beraten: Meine zwei besten Freunde sind Polizisten.
teleschau: Nach hartem Training klingt das nicht gerade, eher nach einem erfüllten Kindheitstraum ...
Beck: Das Gelände gleicht in der Tat einem großen Abenteuerspielplatz für große Jungs. Aber die Sicherheit geht letztlich immer vor.
teleschau: Wie darf man sich ganz allgemein einen "normalen" Drehtag am Set von "Cobra 11" vorstellen?
Beck: Lang, anstrengend und aufregend. Wir haben meist ein wahnsinniges Pensum zu bewältigen. Aber sind wir mal ehrlich: Gibt es für einen Mann in meinem Alter etwas Besseres, als hier mitzuspielen?
teleschau: Welche Stunts drehen Sie selbst? Und wo ziehen Sie bei allem Ehrgeiz die Grenze?
Beck: Die Grenzen zieht die Produktionsfirma - schon aus Versicherungsgründen. Ich versuche natürlich, so viel wie möglich selbst zu machen. Wenn es jedoch zu heikel wird, bin ich gerne gewillt, den Part auch abzutreten und lieber die Profis ran zu lassen. Nur kein falscher Ehrgeiz (lacht)! Ich brauche mir nur den Arm verdrehen - schon steht die Produktion für Wochen ...
teleschau: Haben Sie sich dennoch schon mal verletzt?
Beck: Man kommt gelegentlich mit blauen Flecken nach Hause, aber die sind völlig harmlos. Kein Vergleich zu den Stuntmen, die mit den Autos 30 Meter durch die Luft fliegen ...
teleschau: Apropos: Blutet einem das Herz, wenn man mit ansehen muss, wie die ganzen Autos zerstört werden?
Beck: Anfangs schon, mittlerweile nicht mehr. Man
gewöhnt sich sogar daran!
Autor: Gerd Hilber/teleschau
